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Samstag, 4. Januar 2020

Zufallstechnik in der Malerei 3


Alles künstlerische hängt davon ab, ob man in de Lage ist anzufangen und sein individuelles Werk akzeptieren kann so wie es geworden ist. Die Beschreibung hier gibt nur Anhaltspunkte für ein individuelles Vorgehen. Keiner der Schritte soll oder muss so gegangen werden, wie hier dargestellt. Es ist besser an jeder Stelle seinen eigenen Weg zu suchen.

Hier wird die dritte Etappe einer Zufallstechnik in der Malerei beschrieben. Das Chaosbild ist soweit fertig und es folgt ein wichtige neuer Schritt. 
Man wählt eine Farbe, mit der man das ganze Bild übermalt und dabei nach Gutdünken bestimmte Stellen sichtbar lässt. Bei dieser Arbeit hier wurde versucht ein Gesicht zu kreieren. Der Vorgang beinhaltet einen ständige Entscheidungsprozess: Was übermale ich und was lasse ich sichtbar? Das ist ein sehr spannender Vorgang. 
Jetzt wird das Bild etwas statisch aussehen. Es ist ja noch nicht fertig. Zuerst werden die vor der Übermalung ins Bild eingebrachten Linien hervorgeholt. Welche Farbe usw.? Das sind alles individuelle Entscheidungen. Hier wurden die Farben, die im Untergrund liegen wieder aufgegriffen. Weiterhin fehlt es den übermalten Flächen an Bewegung. Ein Gesicht ist ja nicht statisch. Dazu wird die Farbe mit Weiß etwas aufgehellt und dann werden mit einem gröberen Pinsel bewegte Formen - ähnlich den Wasserstrudeln - aufgebracht.

Hier ist ein weiterer Zwischenstand zu sehen:


Zufallstechnik in der Malerei 4

Hier ist nun die letzte Etappe des Bildes mit Zufallstechnik. 
Nachdem Bewegung in die grauen Flächen gekommen ist, muss abgespürt werden was das Bild noch braucht: Hier waren es dunkle Akzente und zum Ausgleich der vielen Rundungen kleine Quadrate. Dies alles wird nach Gefühl vorgenommen. Dabei ist es aber sinnvoll nicht allzu viele Farben zu verwenden, also bei den einmal verwendeten Farben bleiben. Im Zuge dieses Malprozesses kommt dann der Punkt, an dem das Bild „sagt“: So, jetzt bin ich fertig.

Hier das Resultat:


Zufallstechniken in der Malerei 5

Neben der unter 1 bis 4 hier unter Zufallstechniken beschriebenen Vorgehensweise gibt es noch mehrere Möglichkeiten in dieser Art Bilder zu entwerfen. Z. B. macht man eine beliebige Skizze, die dann auf das Chaosbild, das eventuell schon Elemente enthalten kann, die mit dem Entwurf in Verbindung stehen, übertragen wird. Sämtliche Ideen können hier verwirklicht werden. In diesem Beispiel soll wieder ein Gesicht entstehen. Man überlegt sich also in welcher Art man das Gesicht skizzieren möchte und achtet dabei, dass das Bild möglichst einfach gestaltet wird, bzw. wenige Flächen hat. Hier soll als Durchblickchaos etwas Feuerartiges entstehen, das dann mit einem hellgrün abgedeckt wird. Diese Bilder entstehen in fünf Phasen:

1. Skizze
2. Chaos
3. Übertragen der Skizze und Lasur
4. Abdeckung mit Aussparungen
5. Gemalt auf der Abdeckung

Auf das fertige Chaosbild wird die Skizze mit einem kleinen Pinsel und halbdeckendem Weiß übertragen. 
Einiges kann jetzt mit wenig halbdeckendem Weiß übermalt werden, dabei orientiert man sich am Gesicht und dessen angelegte Formen. Anderes übermalt man mit Grün. 

Der gesamte Bildhintergrund kann jetzt lasiert werden. Dazu wählt man ein oder zwei wasserverdünnte Acrylfarben: Hier sind es Gelb und Rot.

Im weiteren Verlauf wird die Abdeckung mit hellgrün aufgebracht, wobei wieder einzelne Flächen ausgespart werden. 
Als Nächstes wird im Bild ein Hell-Dunkel Kontrast angelegt. Einige Formen des Gesichtes werden sehr hell, andere sehr dunkel. Dabei kann man sich an der aufgetragenen Skizze (Weiß , Dunkelgrün) orientieren. Die weißen Formen können plastisch herausgearbeitet werden, indem sie erstens an der Rändern mit dunklerer Farbe versehen werden und zweitens in der Form die Hintergrundfarbe, nämlich das Hellgrün wiederholt wird. 

Langweilige statische hellgrüne Stellen werden mit aufgehelltem Hellgrün und bewegten Pinselstrichen in Fluss gebracht. Ausgesparte Formen und Gebilde werden mit heller Farbe z.B. Gelb grob nachskizziert. 

Weiteres Vorgehen hängt immer davon ab, was bislang entstanden ist. Für jeden weiteren Schritt werden während des gesamten Malprozesses Entscheidungen auf der Grundlage des gerade sichtbaren Bildes verlangt. Es kommt der Zeitpunkt, an dem der Malende weiß, dass das Bild jetzt fertig ist.

Das ganze Bild lebt von der Farbe. Sie ist das Wichtigste. 

Hier das Zwischenstadium vor dem Übertragen der Skizze.



Dienstag, 17. November 2015

Aus dem Atelier - Umarmung 5

Den Schritt zu machen von der Umarmung 4 zur Umarmung 5 bedeutet viel Kleinarbeit. Jede noch so kleine Stelle wird in ihrer Form überprüft und verbessert. Diese Überarbeitung soll den Ausdruck der Form weiter verstärken. Gleichzeitig wird die Gestaltung der Oberfäche vorgenommen. Die Oberfläche sagt im Idealfall aus, was innen enthalten ist. Jedenfalls geht die Oberflächengestaltung in diese Richtung. Aus den vielen zur Verfügung stehenden Möglichkeiten wurden hier - glatt geschlagen, -leicht rau gekratzt und -kleine Betzel gewählt. 

Immer wieder gibt die Bearbeitung der Plastik auch allgemeine Erkenntnisse her: Heute z.B. "Der Innenraum ist viel schwerer zu bearbeiten als das Äußere." Dies gilt nicht nur für diese Plastik, sondern eigentlich für alles.

Dienstag, 10. November 2015

Aus dem Atelier - Umarmung 4

Die eigentliche Umarmung geschieht mit den Armen, wie das Wort schon sagt. Diesen Schritt zu modellieren ist etwas aufwendiger als die ganze Arbeit davor. Es gilt den Ausdruck hineinzulegen. Es gibt ja unendlich viele Möglichkeiten, sich zu umarmen.
Folgende spannende Erfahrungen habe ich gemacht: Die beiden Figuren umschließen einen gemeinsamen Innenraum. Sie beschützen etwas, was sich darin befindet. Es ist das Herz, die Liebe! Ist das nicht großartig? Wenn man mit den Augen vom Sockel nach oben wandert, dann sieht man schon die Annäherungsbewegungen, die später zu dieser Gemeinsamkeit führen.


Mittwoch, 4. November 2015

Aus dem Atelier - Umarmung 3

Nun geht es daran, die Höhe festzulegen, also nach oben weiter bauen. Die Beiden gehen wieder etwas auseinander. Zwischen ihnen bildet sich ganz automatisch eine Herzform, die dann nur noch so erweitert werden muss, dass die Schultern entstehen können. Es ergibt sich, dass die Mitte verstärkt werden muss. Nun kommen die Arme dran. Wie soll die Umarmung werden? Wer umarmt wen? 

Ich möchte, dass sich beide gleich stark umarmen, eine Einheit bilden, in der nicht Einer stärker umarmt als der Andere. Das wäre etwas für eine weitere Plastik. Die Schulter wird etwas geneigt, sodass der rechte Arm über und der linke unter dem des Partners geführt wird. So etwas wie die Köpfe wird angedeutet.


Dienstag, 3. November 2015

Aus dem Atelier - Umarmung 2


Nachdem der Sockel fertig ist, werden die beiden Individualitäten aufgebaut, die sich umarmen sollen. Beide werden im unteren Teil etwas weiter angelegt und streben nach oben hin zusammen. Ergeben hat sich folgendes: In dem Moment in dem die beiden so eng zusammen sind, dass sie sich abschließen, d.h. jeder seine Rundung vollendet (zuvor waren sie ja zusammen) und dadurch berühren, fangen sie an einen gemeinsamen Innenraum zu bilden. Das war es, was die Form in diesem Moment wollte. Der obere Innenraum wird gefüllt.

An der Trennungslinie habe ich vor, eine Annäherungs- Abstandswellenlinie auszuarbeiten.


Montag, 2. November 2015

Aus dem Atelier - Umarmung 1

Hier entsteht eine Umarmung: Schwarzer Ton (ist vor dem Brennen braun). Hier auf dem Bild sieht man den Sockel, auf dem die Beiden sich umarmen werden. Begonnen wird die Plastik mit einem gemeinsamen Fundament! Eigentlich muss das vorhanden sein, damit eine Umarmung auch ehrlich und echt sein kann. Später aber werde ich jedem der beiden sein eigenes Fundament aus dem gemeinsamen heraus arbeiten. Das ist notwendig, denn es handelt sich um Individualisten, die sich da umarmen werden. Es handelt sich bei der entstehenden Plastik um die Gegensätze Abgrenzung und Verschmelzung: Ich bin sehr gespannt, wie ich das herausarbeiten werde.

Ich werde weitere Schritte hier dokumentieren.