Samstag, 4. Januar 2020

Zufallstechnik in der Malerei 1


In der modernen Malerei spielen Zufallstechniken eine große Rolle. Hier soll eine Technik besprochen werden, bei der zuerst ein Chaos entstehen soll, das später so übermalt wird, dass gezielt Zufälle, die im Bild entstanden waren sichtbar bleiben.

Wie entsteht nun dieser Zufall? Man malt mit verschiedenen Farben irgendwie, also wie es gerade kommt auf die Leinwand. Man entscheidet sich für bestimmte Farben, Pinsel und andere Werkzeuge. Das ist kein Zufall sondern vom Maler bestimmt. Wenn man anfängt bestimmte Kritzelformen oder Anderes auf die Leinwand zu bringen, dann kann der Zufall wirken. Irgendwie geartete Striche und Formen ergeben Farbmischungen und dadurch bestimmte Zufallsgebilde. Der Maler selbst ist aber immer an dem Ergebnis beteiligt, denn wenn mehrere mit genau den gleichen Farben ein Chaosbild gestalten, dann entstehen jeweils individuelle Werke. Ein Zufallschaos ist einmalig und nicht reproduzierbar.

Vergleichen kann man dieses Verfahren mit dem Musizieren: Man spielt wild und chaotisch auf den Instrumenten. Es entsteht eine Art Free Jazz. Dann entwickelt man die Musik weiter und gibt ihr eine Form, die das Chaotische aufnimmt und weiter entwickelt.

Hier ist eine erste Etappe des Chaosbildes zu sehen:



Fortsetzung folgt im nächsten Post.




Zufallstechnik in der Malerei 2

1. Fortsetzung der Beschreibung einer Vorgehensweise in der abstrakten Malerei mit Zufallstechnik:

Nachdem das Chaosbild einige Zeit geruht hat und immer wieder betrachtet wurde, erhärtete sich der Gedanke, dass hier noch Schwarz fehlt. Dieses Schwarz sollte aber nicht chaotisch aufgebracht werden sondern an den Stellen an denen sich Zufallslinien schneiden. Worin zeigt sich hier der Zufall? Man sucht die Überschneidungen, zufällig sieht man eine und bringt dort das Schwarz auf. Weiter fallen Überschneidungen ins Auge und man erzeugt jetzt mit dem Schwarz ein geordnetes Chaos. Das ganze Bild ändert sich dadurch.

Hier ist das Ergebnis:


Fortsetzung folgt im nächsten Post.

Zufallstechnik in der Malerei 3


Alles künstlerische hängt davon ab, ob man in de Lage ist anzufangen und sein individuelles Werk akzeptieren kann so wie es geworden ist. Die Beschreibung hier gibt nur Anhaltspunkte für ein individuelles Vorgehen. Keiner der Schritte soll oder muss so gegangen werden, wie hier dargestellt. Es ist besser an jeder Stelle seinen eigenen Weg zu suchen.

Hier wird die dritte Etappe einer Zufallstechnik in der Malerei beschrieben. Das Chaosbild ist soweit fertig und es folgt ein wichtige neuer Schritt. 
Man wählt eine Farbe, mit der man das ganze Bild übermalt und dabei nach Gutdünken bestimmte Stellen sichtbar lässt. Bei dieser Arbeit hier wurde versucht ein Gesicht zu kreieren. Der Vorgang beinhaltet einen ständige Entscheidungsprozess: Was übermale ich und was lasse ich sichtbar? Das ist ein sehr spannender Vorgang. 
Jetzt wird das Bild etwas statisch aussehen. Es ist ja noch nicht fertig. Zuerst werden die vor der Übermalung ins Bild eingebrachten Linien hervorgeholt. Welche Farbe usw.? Das sind alles individuelle Entscheidungen. Hier wurden die Farben, die im Untergrund liegen wieder aufgegriffen. Weiterhin fehlt es den übermalten Flächen an Bewegung. Ein Gesicht ist ja nicht statisch. Dazu wird die Farbe mit Weiß etwas aufgehellt und dann werden mit einem gröberen Pinsel bewegte Formen - ähnlich den Wasserstrudeln - aufgebracht.

Hier ist ein weiterer Zwischenstand zu sehen:


Zufallstechnik in der Malerei 4

Hier ist nun die letzte Etappe des Bildes mit Zufallstechnik. 
Nachdem Bewegung in die grauen Flächen gekommen ist, muss abgespürt werden was das Bild noch braucht: Hier waren es dunkle Akzente und zum Ausgleich der vielen Rundungen kleine Quadrate. Dies alles wird nach Gefühl vorgenommen. Dabei ist es aber sinnvoll nicht allzu viele Farben zu verwenden, also bei den einmal verwendeten Farben bleiben. Im Zuge dieses Malprozesses kommt dann der Punkt, an dem das Bild „sagt“: So, jetzt bin ich fertig.

Hier das Resultat:


Zufallstechniken in der Malerei 5

Neben der unter 1 bis 4 hier unter Zufallstechniken beschriebenen Vorgehensweise gibt es noch mehrere Möglichkeiten in dieser Art Bilder zu entwerfen. Z. B. macht man eine beliebige Skizze, die dann auf das Chaosbild, das eventuell schon Elemente enthalten kann, die mit dem Entwurf in Verbindung stehen, übertragen wird. Sämtliche Ideen können hier verwirklicht werden. In diesem Beispiel soll wieder ein Gesicht entstehen. Man überlegt sich also in welcher Art man das Gesicht skizzieren möchte und achtet dabei, dass das Bild möglichst einfach gestaltet wird, bzw. wenige Flächen hat. Hier soll als Durchblickchaos etwas Feuerartiges entstehen, das dann mit einem hellgrün abgedeckt wird. Diese Bilder entstehen in fünf Phasen:

1. Skizze
2. Chaos
3. Übertragen der Skizze und Lasur
4. Abdeckung mit Aussparungen
5. Gemalt auf der Abdeckung

Auf das fertige Chaosbild wird die Skizze mit einem kleinen Pinsel und halbdeckendem Weiß übertragen. 
Einiges kann jetzt mit wenig halbdeckendem Weiß übermalt werden, dabei orientiert man sich am Gesicht und dessen angelegte Formen. Anderes übermalt man mit Grün. 

Der gesamte Bildhintergrund kann jetzt lasiert werden. Dazu wählt man ein oder zwei wasserverdünnte Acrylfarben: Hier sind es Gelb und Rot.

Im weiteren Verlauf wird die Abdeckung mit hellgrün aufgebracht, wobei wieder einzelne Flächen ausgespart werden. 
Als Nächstes wird im Bild ein Hell-Dunkel Kontrast angelegt. Einige Formen des Gesichtes werden sehr hell, andere sehr dunkel. Dabei kann man sich an der aufgetragenen Skizze (Weiß , Dunkelgrün) orientieren. Die weißen Formen können plastisch herausgearbeitet werden, indem sie erstens an der Rändern mit dunklerer Farbe versehen werden und zweitens in der Form die Hintergrundfarbe, nämlich das Hellgrün wiederholt wird. 

Langweilige statische hellgrüne Stellen werden mit aufgehelltem Hellgrün und bewegten Pinselstrichen in Fluss gebracht. Ausgesparte Formen und Gebilde werden mit heller Farbe z.B. Gelb grob nachskizziert. 

Weiteres Vorgehen hängt immer davon ab, was bislang entstanden ist. Für jeden weiteren Schritt werden während des gesamten Malprozesses Entscheidungen auf der Grundlage des gerade sichtbaren Bildes verlangt. Es kommt der Zeitpunkt, an dem der Malende weiß, dass das Bild jetzt fertig ist.

Das ganze Bild lebt von der Farbe. Sie ist das Wichtigste. 

Hier das Zwischenstadium vor dem Übertragen der Skizze.



Samstag, 7. Dezember 2019

Mamon

Das ist Judas aus dem Abendmahl des Leonardo da Vinci. Er wurde nach der Vorlage des Bildes plastiziert und kann daher nun von allen Seiten angeschaut werden, was im Bild nicht möglich ist. Das Ergebnis dieser Arbeit war eine frappierende Ähnlichkeit mit der Ahrimanplastik Rudolf Steiner`s. Es bot sich unmittelbar an, diesen Judas mit Geld und Gold zu behängen. In der biblischen Geschichte ist er ja auch derjenige, der für seinen Verrat Geld annimmt, also Geldgier dort thematisiert ist. Mamon ist ein Symbol für die heutige Zeit. 


Samstag, 19. Oktober 2019

Präsentation Abendmahl - wieder so ein Zufall


Für einen Vortrag zum Abendmahl in der VHS - Frankenthal wurden Moderatorkarten ausgedruckt, von jeder Folie der zum Vortrag gehörenden Präsentation eine Karte….die Karten sollten mit einem Druckvorgang ausgedruckt werden und das wurde auch in den Druckerangaben eingestellt. Aber gerade an der Stelle, an der im Vortrag das Abendmahl mit dem Tierkreis in Verbindung gebracht wird, bricht der Drucker ab. Es wird versucht den Rest noch in der selben Weise auszudrucken, aber es funktioniert nicht. Ständig Produziert der Drucker auf unerklärliche Weise andere Folien der Präsentation. Der Gedanke liegt nahe: "Jetzt geht es so lange, bis keine Karten mehr vorhanden sind und es ist Wochenende, am Montag ist der Vortrag" Alles wird versucht, die Ausdrucke zu erhalten, bis schließlich jede einzelne Folie mit immer von neuem gleich eingestellten Druckeroptionen ausdruckt werden konnten. So ein Zufall, gerade an der Stelle der Präsentation, an der es richtig spirituell wird, streikt auf einmal der Drucker....Eigentlich sind solche Zufälle eine Freude, denn sie zeigen die Widerstände auf, die diesen Gedankengängen entgegenstehen.


Hier nun die Folie, bei der der Drucker nicht mehr wollte: (Auch hier beim Hochladen erst einmal:  Vom Server abgelehnt! Das Ganze dann als jpeg konfiguriert, lädt nicht hoch. Dann beim nächsten Versuch klappt es. Der Moderatortext bricht ab....an welcher Stelle?)




Auf den Zufall zu achten ist etwas Schönes, denn oftmals ergibt er einen Sinn, wenn auch nichts bewiesen werden kann und weiteres Spekulieren in wilde Interpretation ausarten kann. Man kann ihn bemerken und das ist schön.