Freitag, 11. Oktober 2019

Dürers Melancholie - ein großer Zufall

So bin ich dazu gekommen, dieses Bild zu malen: Eines Tages sah ich in einer Zeitung dieses Bild von Albrecht Dürer, das Melancholie heißt und war fasziniert von einem Artikel, der die darin enthaltenen mathematischen Geheimnisse beschrieb. Ich war gerade in einer Lebenssituation, in der das Bild hundertprozentig passte, denn diese Niedergeschlagenheit gepaart mit Messitum kam in meiner Umgebung vor und berührte mich. Außerdem wollte ich schon lange mal ein schnelles Pastellbild malen. So entstand dieses Bild. Die Vorlage war wie gesagt Dürers Melancholie und ich wandelte es nach meinem Geschmack ab. Ich veränderte auch die Aussage ein wenig.


Wer dieses Bild mit dem Original vergleichen will, findet es problemlos auf Wikipedia. Nun kommt der große Zufall. Dieses ist eigentlich das einzige Bild, das ich auf diese Weise gemalt habe. Alle anderen meiner Bilder haben keine Vorlagen und andere Zugehensweisen. Heute lese ich in einem Vortrag von Rudolf Steiner (GA 217a) zufällig das Folgende: Rudolf Steiner hat sich über das Bild geäußert, er hat über die Lichtverhältnisse und über den Inhalt des Bildes gesprochen und hat jemandem, mit dem er darüber gesprochen hat empfohlen, es mit Farben zu malen. Natürlich in einer etwas anderen Weise, als ich es getan habe. Ich habe mich mehr vom Gefühl leiten lassen. Rudolf Steiner meinte man solle es aus dem Gedanken der Farbperspektive heraus malen. Gleichzeitig wurde mir dadurch noch eine andere Frage beantwortet, die ich schon länger mit mir herumschleppe. Sie lautet: Was bedeutet es aus der Farbe heraus malen? Das höre ich oft in anthroposophischen Künstlerkreisen, aber niemand erklärt es. Rudolf Steiner sagt kurz, dass die Farben leben und je nach Farbzusammensetzung tritt die eine Farbe hervor und die andere tritt zurück. Dazu gibt er Beispiele an, wie das entdeckt werden kann. In der Vergangenheit habe ich bereits in anderen Bildern Räumlichkeit mit Hell-Dunkel Kontrasten erzeugt, was allerdings nicht ganz das ist, was Rudolf Steiner in diesem Zusammenhang darstellt. Dieses bringt mich wieder auf eine neue Spur im Malen. Dies sollte ein Beispiel sein, wie der Zufall jedem Menschen zeigt (auch im Nachhinein) wie nah man an einer Sache dran ist und wie der Zufall dem Menschen seinen Weg in die Hände spielen kann. Man sollte nur mal in der eigenen Vergangenheit nachsehen, wieviele Zufälle es gegeben hat, die das Leben in eine andere Richtung geführt haben.

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