Donnerstag, 27. November 2025

Vom Entwurf zur Malerei – Eine von vielen Arbeitsweisen


Nicht jedes Tempera-Gemälde beginnt mit einer Skizze. Oft entstehen meine Arbeiten direkt auf der Leinwand, im Dialog mit Farbe und Form. Doch für dieses geplante Werk in Blau und Gold habe ich bewusst den Weg über den Entwurf gewählt.

Der Grund: Die starke Symmetrie der Komposition und die präzisen Proportionen der einzelnen Elemente sind entscheidend für die spätere Aussage des Gemäldes. Geometrische GrundformenDreieck, Kreis – verbinden sich mit den organischen Linien des menschlichen Gesichts. Hier muss jede Größe, jeder Übergang stimmen.

Die handschriftlichen Notizen sind mein Arbeitsgedächtnis: Sie markieren kritische Punkte, an denen besondere Aufmerksamkeit nötig ist – Proportionen, Übergänge, Farbverläufe, malerische Herausforderungen. Jede nummerierte Anmerkung ist eine Erinnerung für den nächsten Arbeitsschritt.

In diesem Fall ist die Skizze mehr als nur eine Zeichnung – sie ist Planungsdokument, technisches Werkzeug und Erprobungsraum. Hier kann ich freihand experimentieren, präzisieren, Proportionen erfühlen, bevor ich zu Pinsel und Farbe greife.

So entsteht Schritt für Schritt – durch bewusste Wahl der Methode – aus einer Idee ein Tempera-Gemälde.

Dein eigener Weg zum Entwurf

Jeder Künstler findet seinen eigenen Zugang. Manche brauchen die Skizze als Kompass, andere lassen sich von der Spontaneität leiten. Wenn du selbst mit einem Gemälde beginnst, frage dich: Brauche ich Struktur oder Freiheit? Welche Elemente sind so wichtig, dass ich sie vorher klären muss?

Vielleicht hilft dir eine lockere Bleistiftskizze, vielleicht ein Farbtest auf Papier. Oder du beginnst direkt auf der Leinwand und lässt das Bild im Prozess entstehen. Es gibt kein Richtig oder Falsch – nur deinen Weg, der zur Aussage deines Werkes passt.

Probiere aus: Skizziere geometrische Grundformen, spiele mit Proportionen, notiere dir Gedanken am Rand. Lass die Vorbereitung zum Teil des kreativen Prozesses werden.

Zeig mir deine Skizze

Arbeitest du gerade an einem eigenen Entwurf? Ich würde mich freuen, deine Skizzen, Notizen oder ersten Versuche zu sehen. Teile sie mit mir [hier oder per E-Mail] – vielleicht entsteht daraus ein Austausch über unsere unterschiedlichen Wege zur fertigen Leinwand.


Dienstag, 18. November 2025

Bronze - Arbeiten zu ihrer Fertigung

Wer eine Bronzefigur erschaffen will, der muss zuerst in Wachs arbeiten. Es gibt auch andere Techniken, aber hier ist Wachs die Startbasis. Die fertige Wachsfigur wird dann mit Angusskanälen versehen. Das geschieht damit die heiße Bronze überall hinlaufen kann, wenn sie das Wachs ausschmilzt. Die Wachsfigur wird mit den Angusskanälen und dem Trichter in eine Flüssigkeit getaucht, die dann hart wird. Die Form ist dass festgehalten. Dieser Quader wird dann erhitzt, das Wachs schmilzt und fertig ist das Ganze für den Guss. Die heiße Bronze wird eingefüllt und erkaltet. Später wird die Form des Quaders abgeschlagen. Es sind noch einige Arbeitsgänge nötig, bis das Werk dann fertig ist. Das Ganze ist eine Wissenschaft für sich und erfordert viel Erfahrung. Bronzegießen ist ein Beruf.

Hier sieht man eine Figur mit Angusskanälen. Die Figur ist von hinten zu sehen.


Und hier noch die Figur von vorne:


Hast Du das gelesen und findest es interessant, lass mir ein 👍 da oder einen Kommentar! Du gibst mir dadurch etwas zurück. Bedenke: Alle kostenlosen Informationen sind Geschenke! Jemand schenkt Dir seine Zeit und seine Gedanken.


Mittwoch, 10. September 2025

Lichtwesen 3 - Vorarbeiten

Hier erkläre ich welcher Weg gegangen werden kann, um ein Gemälde zu schaffen.

Skizzen zu Lichtwesen 3
 

Um ein Lichtwesen zu kreieren und ins Bild zu setzen, können einige vorbereitende Skizzen angefertigt werden. Das Lichtwesen ist die bildliche Darstellung einer Figur, die bereits in Bronze geschaffen wurde. In diesem Fall hier ist es die Kämpferin. Alle vier dieser Figuren, von Friedlinde Hüther werden in blau und Gold ins Bild gesetzt. Sind also vier Figuren entstanden und dazu vier Gemälde. Die Konzeption dieser vier Bildern läuft nach einem ähnlichen Prinzip ab, dass hier jetzt geschildert werden soll: Zuerst werden ein paar Bleistift Skizzen angefertigt. Die große Figur wird dabei betrachtet und in irgendeiner Weise „abgemalt“. Das ist ein Prozess, bei dem Ideen kommen wie genau, d.h. in welchen Einzelheiten das Wesen auf Leinwand gebannt werden soll. Welche Linien sind von Vorteil und welche Linien sollen wegfallen? Um das zu sehen, muss man sich ganz in die Figur hinein versenken, dann kommt es, wie es werden soll. Man muss dem dann nur folgen. Dies betrifft natürlich Einzelheiten, die aber später den Gesamteindruck des Bildes ausmachen.

Der nächste Schritt sind Pastellskizzen in blau und gelborange, das das Gold darstellen soll. Dabei kommen weitere Ideen zur Form und zur Helldunkel Gestaltung. Das Bild wird ja nur in ultramarinblau ausgeführt. Es ist sehr wichtig dabei, das Bild in einer gewissen Entfernung aufzustellen und es auf sich wirken zu lassen. Dann kommen die Ideen, die aufgenommen oder auch verworfen werden können. Es sind ständige Entscheidungsprozesse, die im Vorfeld der Bildgestaltung von Bedeutung sind. 

Dann kommt der Zeitpunkt, an dem das Originalbild in Angriff genommen wird. Die Entscheidungsprozesse gehen weiter, und das Endergebnis wird dann noch einmal um einiges anders als die Skizze.

Wenn Du diese Erklärung interessant, hilfreich oder sonst irgendwie gut gefunden hast, hinterlass mir ein 👍 oder einen anderen Kommentar! Du unterstützt mich damit.


Donnerstag, 4. September 2025

Patronenfüllhalter - Parker

Ich weiß nicht, um welchen Parker Füller es sich hier genau handelt. Schon länger befindet er sich in meiner Sammlung und wurde heute mal wieder mit Tinte gefüllt und ich habe mit ihm geschrieben. Dabei besitze ich nicht nur eine Füllersammlung, sondern auch eine Sammlung verschiedener Herbin Pflanzentinten und andere. In diesem Füller habe ich die Farbe Efeugrün aufgezogen, die ich nicht ganz so prickelnd finde wie manch andere schöne Farbe, aber das ist Geschmackssache.

Ich kommentiere hier die Schreibeigenschaften dieses Füllers.

Der silberne Parker hat einen guten Tintenfluss, liegt aber nicht so super in der Hand und macht ein leises Geräusch, wenn die Feder über das Papier gleitet. Nicht sicher ist, ob der Tintenfluss sich dem Druck anpasst, den die Hand beim Schreiben auf die Feder ausübt. Wenn das so ist, dann kommt mehr individueller Ausdruck in die jeweilige Handschrift. Die Tinte fließt sehr gut, aber dadurch wird auch ihre Farbe dunkler. Seine Eigenschaften bezüglich Austrocknen werde ich noch hier anfügen, wenn der Füller längere Zeit ohne Benutzung war.

Sollte jemand darauf stoßen und meine Bewertung hilfreich finden, sich womöglich für diesen Parker interessieren und recherchieren, um welchen Parker es sich hier genau handelt, dann bitte ein 👍 hinterlassen oder auch einen Kommentar.

Mittwoch, 6. August 2025

Malen mit oder ohne Lineal?



Dieses Gemälde gehört zu der Kunstrichtung figurative Abstraktion. Die Figur wird entworfen, dann skizziert und hier mit den Farben Ultramarinblau, Weiß und Gold ausgeführt. Das Thema ist: inneres Licht! Dabei ist das Ultramarinblau, die Farbe des Himmels oder des Mantels der Maria und Gold die Farbe des ICH! Die Farbe des Lichts, beziehungsweise die Farbe des inneren Lichts. Nun erhebt sich im Malprozess die Frage: Sollte man die geraden Linien mit einem Lineal malen oder aus der freien Hand? Man ist natürlich geneigt, das Lineal zu nehmen, denn das ist einfacher zu handhaben. ABER, wenn auch der Unterschied nicht für jeden sofort erkennbar ist, die Formen werden um vieles kälter, wenn sie mit einer Schablone oder einem Lineal gezeichnet wurden. Bei diesem Bild ist es nicht erwünscht. Jede technische Kälte sollte vermieden werden daher werden sämtliche Linien in diesem Bild aus der freien Hand gezeichnet. Es handelt sich hier um ein pures menschliches Produkt, das lediglich Leinwand, Farbe und Pinsel benötigt. Alle anderen Hilfsmittel, wie Lineal Schablone Projektion, Transfertechniken, KI, Computerprogramme und so weiter werden nicht verwendet. Das ist eine Entscheidung, die der Künstler treffen muss. Auch der Inhalt des Bildes entspringt einer menschlichen Seele und nimmt nirgendwo Anleihen.




Freitag, 1. März 2024

Tonmassen für Plastiken – Bewertung eins



Boesner Terra 105, Ton für Profis, weiß bis Creme brennend, 45 % feinste Schamotte, Korngröße 0-2 mm, Brennbereich 980-1270 °C.

Natürlich ist die Vorliebe für bestimmte Tonmassen individuell, aber trotzdem gibt es allgemeine Fakten, die die verschiedenen Tonsorten unterscheiden. Dieser Ton verarbeitet sich nicht sehr geschmeidig. Er hält die Steinchen nicht gut zurück beim abkratzen der Oberfläche springen sie heraus. In der Hand fühlt es sich sehr rau an Mein Favorit ist es nicht. Es ist nicht ganz einfach, eine sehr exakte Form mit diesem Ton herzustellen.

Mittwoch, 16. November 2022

Mit Farbpigmenten malen


Mit Pigmenten malen hat einen besonderen Reiz. Die Farben guter Pigmente sind leuchtend und haben einen reinen Charakter. Bei der Temperamalerei wird das Pigment mit einer Ei-Öl-Emulsion vermischt. Diese ist einfach herzustellen. Ein Ei, die selbe Menge Wasser und die selbe Menge Leinöl verschütteln. Die Farbpigmente werden mit der Emulsion verrührt und können sofort vermalt werden. Diese Art des Farbgebrauchs ist spannend, denn es ist nicht möglich die Mischung zweimal exakt gleich herzustellen. Die Erfahrung bringt dann das individuelle Mischungsverhältnis von Pigment und Flüssigkeit. 

Die Pigmenteigenschaften sind von Farbe zu Farbe verschieden. Man muss sich darauf einstellen, dann kann die Temperamalerei zu einem echten Abenteuer werden.